Sonntag, 27. Oktober 2013

das Ox Kochbuch - angeblich auch für Nicht-Punks

Zuerst hab ich mir also das Ox-Kochbuch für die "47-x Testreihe" aus dem Regal gegriffen. Denn es fällt in die Kategorie: "Buch gekauft und noch nie was draus gekocht".

Es stammt aus der Zeit, als ich den "Meatless Monday" einführte und darum bei Amazon nach passenden Kochbüchern suchte. Irgendwie muss mich die dortige Beschreibung angesprochen haben:

"Vegetarische und vegane Kochbücher gibt es viele. Dieses ist jedoch das erste Kochbuch von Punks...nicht nur für Punks. Seit Jahren hat die vegetarische Rezeptseite einen festen Platz im Punk- und Hardcore-Fanzine Ox, und nach über 25 Ausgaben hielten die HerausgeberInnen es jetzt für angemessen, diese teils eigenen, teils von den LeserInnen eingesandten Rezepte zusammenzufassen und um Gastrezepte von Bands, Labels und anderen Szenegrößen zu ergänzen. wert gelegt wird bei diesem Rezeptbuch aber nicht nur auf verständliche Anleitungen, sondern auch auch auf den Spaß beim Kochen: alle Rezepte sind mit passenden Musiktips versehen und vor allem unterhaltsam geschrieben."

und so sieht es aus


Vielleicht muss ich vorweg schicken, dass ich nie Punk war und auch keinen persönlich kenne. Dennoch sehe ich den Punk-Lebensstil als einen durchaus möglichen an, wenn auch nicht für mich. Aber der Untertitel des Buchs versprach ja zudem, dass es auch für nicht-Punks sei.

Vermutlich wanderte das Buch in den Warenkorb, da ich auf der Suche nach nicht alltäglichen fleischlosen Rezepten war. Denn am Meatless Monday wollt ich ja nicht nur einfach das Fleisch weg lassen oder durch Tofu & Co ersetzen. Und wenn schon Fleischersatz, so wollte ich die Bratlinge wenigstens selbst zubereiten.
Auch fand ich die Idee klasse, dass es ne Rezeptsammlung von nicht-Profi-Köchen ist. Denn Foodblogs sprechen mich meist auch deshalb an, weil dort nicht ein "Schnickschnack-Kochen" zelebriert wird, das Profifernsehköche gerne mal an den Tag legen.

Langer Vorrede kurzer Sinn: Meine Erwartungen wurden enttäuscht.

Beim Durchblättern auf der Suche nach möglichen Testkandidaten, kam ich an Rezepten vorbei, die alles andre als Lust aufs Nachkochen machten. Dass Teig in der Regel als "Pampe" bezeichnet wird, ist noch das harmloseste. Vermutlich war das das, was der Verlag in der Beschreibung mit "unterhaltsam geschrieben" meinte. Aber das ist so ganz und gar nicht mein Humor. Also hielt sich der Unterhaltungswert für mich stark in Grenzen. Drum sagte ich mir, ich wolle mich ja nicht unterhalten, sondern neue Rezepte ausprobieren. Eigentlich gab ich nur deshalb nicht gleich auf, weil ich nicht schon das erste Buch ohne Testkochen aussortieren wollte.

Wie man an den bunten Markern auf dem obigen Bild sieht, habe ich mich dann doch durch die Rezepte gequält und dafür sogar recht viele Testkandidaten gefunden. Die meisten dieser Kandidaten schieden beim genauen Hinsehen dann doch aus, da sie nichts neues boten und/oder viel zu einfallslos waren. Das Testrezept sollte ja keine Abwandlung dessen sein, das ich schon x-mal (besser) gekocht hatte und Aufpeppen ist laut meinen Testregeln auch nicht erlaubt.

Die Wahl fiel schließlich auf "Polenta mit Tomaten":















Aus irgend einem Grund hatte ich Polenta noch nie probiert, obwohl ich Grieß gegenüber eigentlich gar nicht abgeneigt bin. Zum Beispiel liebe ich "gebrannte Grießsuppe", "Grießnockerln" und französische "Quenelles". Das Rezept bot also neues. An die nicht-Abwandlungs-Testregel wollt ich mich jedoch dann doch nicht halten. Denn das reine in Salzwasserkochen der Polenta fand ich echt zu fade. Drum kochte ich sie in Gemüsebrühe und peppte sie noch mit ner handvoll geriebenen Parmesan auf. Und in die Tomatensoße kam wegen der Frische noch etwas geriebener Ingwer.
Im Prinzipt kocht man Polenta und Tomatensoße. Gibt zuerst die Polenta und dann die Soße in ne Auflaufform. Oben drauf dann eine cremige Topping aus Parmesan mit Creme Fraiche, Schmand oder in meinem Fall Petite Suisse gemischt. Das Ganze kommt dann in den Backofen bis die es goldbraun ist.

Das Ergebnis war etwas bleich, konnte sich aber sehen lassen:
















Und geschemckt hat es mir und dem Testesser auch vorzüglich!


Fazit: Polenta kommt sicher von nun an regelmäßig auf den Tisch, das Buch aber kommt nicht in die Umzugskiste!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen